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Gegen die irreführende Formel „CCS gleich Klimaschutz“ auftreten !!

Junge Mitglieder der Linken brachten am 14.07. in Beeskow mit einer spetakulären Aktion ihren Protest gegen die CO 2 - Verklappung im Raum Beeskow – Birkholz und anderswo zum Ausdruck.

Sie ernteten Beifall und Zustimmung von Passanten und und lösten sachliche Diskussionen vor Ort aus, wurden im Nachhinein über die Presse aber auch kritisiert. Die Simulation eines Gasalarms wurde als „Angstmache“ bezeichnet.

Haben junge Leute, um deren Zukunft es letztendlich geht, nicht das Recht, ihre Bedenken in drastischer Form zum Ausdruck zu bringen? Ist es nicht notwendig, angesichts der Taktik der Bundesregierung, den Beschluss vor der Wahl auszusetzen und darauf zu hoffen, dass der Protest einschläft, dafür zu sorgen, dass das nicht geschieht? Auch die Bauern im Oderbruch waren nicht zimperlich in der Form ihres Protestes, was man nur unterstützen kann.

Ich denke, dass man sich keine Sorgen darum machen muss, ob die Bürger die Symbolik einer solchen Aktion verstehen.

Sorgen muss man sich machen, wenn die Risiken, die mit dem CCS-Verfahren für Mensch und Natur verbunden sind, verniedlicht werden, indem auf die Verwendung von CO2 in Sekt und Selters usw verwiesen wird. Wer im Chemieunterricht aufgepasst hat weiß, dass die Dosis das Gift macht. Es ist auch bekannt, dass gelöstes CO 2 extrem aggressiv ist. Analoge Versuche in Texas führten zur Auflösung von Teilen der Deckschicht.

Mag eine Pilotanlage wie die in Ketzin funktionieren. Problematisch ist das Verfahren mit all seinen Risiken für Mensch und Natur infolge seiner Dimension, der Verpressung hunderter Millionen Tonnen von CO2, geplant nicht nur in Brandenburg.

Was wird da aus den Möglichkeiten, geothermische Verfahren der Energiegewinnung zu nutzen ? Wie wird das Grundwasser beeinträchtigt, was geschieht, wenn diese Unmengen von CO2 auskristalisieren und sich verfestigen? Fragen über Fragen, die unbeantwortet sind. Die Langzeitsicherheit der Speicherung ist also wissenschaftlich noch völlig ungeklärt. Selbst Fachleute und auch das Bundesumweltministerium sehen viele Risiken.

Die Brandenburger Regierung ist stolz auf den hohen Anteil erneuerbarer Energie im Land, sieht sich im Vergleich zu anderen Bundesländern vorne. Sie verschweigt, dass unser Land infolge der Braunkohleverstromung trotzdem zu den Ländern mit dem höchsten CO 2 – Ausstoß gehört, vergleichbar mit dem in den USA.

Wie kann man ein so risikovolles Verfahren, das selbst mit hohem Energieaufwand und damit zusätzlichem CO 2 – Ausstoß verbunden ist, die weitere Zerstörung von Landschaft (Pipelines)und Dörfern (weitere Tagebaue) in Kauf nimmt, als umweltfreundliche Lösung anpreisen?

Minister Junghans bezeichnet die CCS-Technologie gar als „Imagegewinn für das Land und die jeweiligen Speicherorte“. Wie weit muss man von der Realität entfernt sein, um so etwas zu behaupten!

Jeder vernünftige Mensch, der in eine Sackgasse geraten ist, kehrt um. Ein „Weiter so“ in der Braunkohleförderung darf es deshalb nicht geben. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden, eine generelle Wende in der Energiepolitik erfolgen, die den mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung zur Grundlage hat, hin zu regenerativen Verfahren ohne CO 2 -Aus-stoß.

Die Frage des Wechsels stellt sich ohnehin, wenn die fossilen Energiequellen erschöpft sind. Noch ist es Zeit, diesen Umstieg sozial verträglich zu gestalten, neue Arbeitsplätze in Bereichen der regenerativen Energiegewinnung zu schaffen.

Die für das CCS- Verfahren bereitgestellten und geplanten immensen finanziellen Mittel  sowie Forschungs-und Entwicklungskapazitäten sollten in die weitere Entwicklung, Vervollkommnung und Effektivierung zukunftsträchtiger Technologien investiert werden.

Aus diesen Positionen heraus haben wir als Beeskower Linke sowohl im Rahmen der Volksinitiative als auch des Volksbegehrens gegen neue Tagebaue bei der Unterschriftensammlung aktiv mitgewirkt. Wir unterstützen den Protest der Beeskower Initiative gegen CO 2- Endlager, in der auch Mitglieder von uns aktiv sind.

Die protestierenden Bürger sind keine Bremser im Klimaschutz.

Die von der Landesregierung proklamierte Formel : „CCS = Umweltschutz“ ist falsch und irreführend.

Die Umweltzeitbombe tickt. Manche wollen sie nicht wahrhaben. Es wäre fahrlässig, in dieser Situation die Schaffung einer weiteren Gefahrenquelle zuzulassen.

Edelgard Liebscher, Beeskow


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