6. August 2009

Peer Jürgens - Ein junger Mann fällt auf

Ein junger Mann mit Ideen und Energie. Wer ihn nicht kennt, hat Peer Jürgens aber bestimmt schon bei einer seiner vielen Aktionen im Land erlebt, sei es bei Fahrten mit seinem mobilen Bürgerbüro, bei Aktionen für eine risikofreie Energiepolitik oder bei Studenten-Aktionen. Der 29 Jahre alte Erkneraner hat an der Universität Potsdam Jüdische Studien und Politikwissenschaften studiert und ist in Oder-Spree Kreisvorsitzender der LINKEN. "Seit 2004 bin ich gewählter Landtagsabgeordneter in Brandenburg, Hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion der LINKEN, also kurz Politiker", stellt er sich selbst vor: Im Dezember 2008 übernahm Peer Jürgens den Wahlkreis 30 in Oder-Spree (Fürstenwalde, Beeskow, Grünheide, Steinhöfel, Odervorland) als Wahlkreisabgeordneter und möchte hier am 27. September auch wieder für den neuen Landtag gewählt werden.

Der passionierte Schwimmer und Radfahrer sieht sein Brandenburg kritisch: "Das Land hat sich entwickelt, aber die Verhältnisse sind nicht gerechter geworden. Wir haben schlechtere Arbeitsbedingungen, mehr prekäre Beschäftigung, Armut und weiter zunehmende Kinderarmut. Chancengleichheit wurde reduziert, die öffentliche Daseinsvorsorge ist gefährdet", lautet sein Fazit. Deshalb will er sich in den nächsten Jahren weiter als Abgeordneter um bessere Lebensumstände für Kinder und Jugendliche, um eine gute Bildung für alle, Arbeit, von der man leben kann, und ein verlässliches Gemeinwesen kümmern.

Die jetzige Landesregierung habe mit ihrer Politik Brandenburg weder zukunftsfähiger noch gerechter gemacht, ist sich Jürgens sicher. Auch die Proteste der Kita-ErzieherInnen zeigen das in den letzten Tagen deutlich. "Ob in Beeskow oder Fürstenwalde oder anderswo - wir brauchen mehr Personal für eine bessere Betreuung, für unsere Zukunft."

Die Zahl der Kinder, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, sei alarmierend. In Brandenburg sind es 70000, in Oder-Spree 5000 Kinder unter 15 - mehr als im Landesdurchschnitt. "Hier wurde lange nur geredet und nicht gehandelt." Die Bildungslandschaft in Brandenburg spreche eine deutliche Sprache: Fast 20 Schulschließungen in Oder-Spree. 4000 gestrichene Lehrerstellen, mehr Prüfungsdruck und weniger Durchlässigkeit - in keinem Bundesland ist der Bildungserfolg so abhängig von der sozialen Herkunft. Nötig sind kleinere Klassen, längeres gemeinsames Lernen und Bildungschancen für alle. "Für Oder-Spree haben wir zwar eine kostenfreie Schülerbeförderung durchgesetzt, aber die Fahrwege zur Schule sind oft unzumutbar. Zum Wohle unserer Kinder muss man das ändern."

Deutschland brauche wie andere Länder einen Mindestlohn, Es könne nicht sein, dass 70000 Menschen im Land Brandenburg voll arbeiten gehen und trotzdem zusätzlich Hartz-IV beantragen müssen. Von Arbeit muss man leben können. Gerechtigkeit in Brandenburg bedeutet für den jungen Politiker auch gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen. Nicht allein der Speckgürtel und einige wenige Zentren entscheiden. Brandenburg lebt auch von den ländlichen Regionen. Grundbedürfnisse wie Einkaufsmöglichkeiten, eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung, öffentlicher Nahverkehr, die Versorgung mit Breitband-Internet und eine angemessene Polizeipräsenz m¸ssen gewährleistet werden.

Massive Widerstände in der Region gegen geplante Endlager von CO2 sprechen für eine neue Energiepolitik in Brandenburg. Auch dafür mache er sich stark. "Sie wählen eine Person, nicht eine Partei! Das ist für mich Maxime meiner Arbeit im Wahlkreis. Hier bin ich vor Ort mit meinem Team unterwegs - um Ihre Sorgen und Probleme aufzunehmen und sie in praktische Politik im Landtag umzusetzen."