Die Wahl endete mit einem Desaster für die seitherigen Regierungsparteien.
Die SPD verlor gegenüber der letzten Landtagswahl 60.565 Zweitstimmen (- 7,4
%) und fuhr mit 31,9 % ihr schlechtestes Ergebnis seit 1990 ein.
Welch ein Umbruch eingetreten ist, zeigt auch, dass die SPD bei der
Landtagswahl 1999 noch in 38 der 44 Wahlkreise ihre Direktkandidaten
durchgebracht hatte. Diesmal waren es nur noch 17, während die PDS 23
gewann.
Der Stimmenverlust der SPD bei den Erststimmen betrug 85.804 (- 9,6 %) und
das landesweite Ergebnis lag mit 28,6 % deutlich unter dem
Zweitstimmenergebnis.
Die CDU verlor 65.598 Zweitstimmen ( - 7,1 %) und erreichte ein Ergebnis von
19,4 %. Sie hat damit fast das Niveau von 1994 erreicht, wo sie mit 18,7 %
noch schlechter war.
Bei den Erststimmen verlor die CDU 53.786 Stimmen (- 6,3 %) und erreichte
ein Gesamtergebnis von 22,4 %. Sie gewann 4 Direktmandate.
Klarer Sieger war die PDS, die ihre Zweitstimmen um 69.613 ( + 4,7 %)
steigern konnte und nun mit 28 % nur knapp hinter der SPD liegt.
23 Direktmandate errangen Kandidatinnen und Kandidaten der PDS; die Zahl der
Erststimmen nahm um 96.040 ( 6,8 %) zu und erreicht nun mit 32,1 das beste
Ergebnis aller Parteien.
Einen Zuwachs von knapp 13.000 Stimmen hatte die rechtspopulistische DVU,
die mit 6,1 % (+ 0,8) wieder in den Landtag einzieht.
Alle anderen Parteien blieben unter der 5 - % - Marke; B90/Grüne erreichten
von ihnen mit 3,6 % das beste Ergebnis.
Wenn man allerdings die "Partei der Nichtwähler" berücksichtigt, die in
Brandenburg 43,4 % ausmachte und die Ergebnisse der übrigen Parteien auf 100
% bezieht, dann sieht das Ergebnis so aus: Nichtwähler 43,4 %, SPD 18,1 %,
PDS 15,8 %, CDU 10,9 %, DVU 3,5 %, Grüne 2,0 % und FDP 1,9 %. Dies sei aber
nur am Rande bemerkt.
In allen vier Wahlkreisen, die sich auf dem Territorium des Landkreises
Oder-Spree befinden, gewannen Kandidatinnen und Kandidaten der PDS das
Direktmandat. Betrachtet man das sich aus den vier Wahlkreisen ergebende
Zweitstimmenergebnis auf dem Territorium des LOS, so liegt die SPD mit 15
Stimmen Vorsprung vor der PDS (SPD 26.175 / 30,0 % ; PDS 26.160 / 29,9 %).
Die CDU ist mit 16.225 und 18,6 % weit abgeschlagen. 6,4 % beträgt das
Ergebnis der DVU.
Die Wahlkreise im Einzelnen:
WK 27: Königs Wusterhausen, Storkow, Tauche, Amt Scharmützelsee, Amt
Spreenhagen
(KW bleibt nachfolgend unberücksichtigt, da nicht Gemeinde des LOS)
Das Direktmandat errang mit 10.507 Stimmen und 35,9 % Kerstin Osten von der
PDS. Dies bedeutet einen Zugewinn von 2774 Stimmen und 7,0 %.
Frank Bettin von der SPD belegte mit 8.174 Stimmen und 28 % den zweiten
Platz; er hat 2.099 Stimmen und 9,7 % verloren.
Detlef Karney von der CDU verlor 1.177 Stimmen und 6,2 % und erreichte mit
5.868 Stimmen jetzt noch 20,1 %.
Stephan Schötz (AfW) und Raimund Tomczak (FDP) erreichten 6,7 bzw. 5,5 %,
Dr. Sigrid Henße (Grüne) nur 3,9 %.
Frank Bettin konnte nur in Reichenwalde, Rauen und Kolpin die meisten
Stimmen auf sich vereinigen; Detlef Karney gewann in Dahmsdorf, während in
allen anderen Gemeinden Kerstin Osten gewann. Es müssen hier allerdings die
Ortsteile der Gemeinden Storkow und Tauche unberücksichtigt bleiben, da
keine Einzeldaten vorliegen.
Überdurchschnittliche Ergebnisse erreichte Kerstin Osten in Bad Saarow (41
%), Langewahl (42,9 %) und Markgrafpieske (43,9 %).
Bei den Zweitstimmen lag die SPD im Wahlkreis mit 9.340 Stimmen und 31,7 %
knapp vor der PDS, die 8.998 Stimmen und 30,5 % erzielte. Allerdings verlor
die SPD 931 Stimmen und 6,4 %, während die PDS 1921 Stimmen und 4,3 %
gewann.
Auch bei der CDU ging es mit 1464 Stimmen und 7 % abwärts; sie erreichte nur
noch 17,5 %.
Die DVU konnte sich um knapp 200 Stimmen und 0,2 % steigern; sie liegt bei
5,8 %.
Von allen anderen Parteien erreichten die FDP mit 3,3 und die Grünen mit 3,0
% eher enttäuschende Werte.
In folgenden Gemeinden lag die PDS vor der SPD: Bad Saarow (33,2 %),
Diensdorf-Radlow (29,6 %) , Langewahl (38,5 %), Petersdorf (33,5 %), Neu
Zittau (28,8 %), Markgrafpieske (38,4 %), ferner bei der Briefwahl (33,9 %).
Die CDU gewann in Neu Golm mit 30,6 %.
Die SPD erzielte ihre besten Ergebnisse mit 36,7 % in Kolpin und mit 36 % in
Rauen, ferner mit 32,8 % in Storkow.
Die DVU erzielte in folgenden Gemeinden überdurchschnittliche Ergebnisse:
Storkow (8,0 %), Tauche (8,4), Diensdorf-Radlow (6,9), Spreenhagen (9,3),
Hartmannsdorf (8,6), Neu Zittau (9,8), Markgrafpieske (8,6), Neu Golm (9,5)
und Reichenwalde (7,8 %).
Die Wahlbeteiligung lag mit 57,5 % um einen Prozentpunkt höher als vor fünf
Jahren.
Auffällig ist die hohe Zahl ungültiger Erststimmen (über 4 % ) in einer
Reihe von Gemeinden.
WK 29: Stadt Eisenhüttenstadt, Gemeinde Friedland, Amt Brieskow-Finkenheerd,
Amt Neuzelle, Amt Schlaubetal
Das Direktmandat errang mit 8.197 Stimmen und 27,9 % Helga Böhnisch (PDS).
Dies bedeutet gegenüber 1999 einen Verlust von 0,9 % und einen Gewinn von 18
Stimmen.
Massiv verloren haben dagegen die Kandidatinnen von SPD (- 14,5 %) und CDU
(-12,9 %), denn mit einem Zugewinn von rund 6.350 Stimmen und 21,5 % schob
sich auf den 2. Rang der Einzelbewerber Dr. Werner Ruppert, in
Eisenhüttenstadt und Umgebung bekannt als "Richter Gnadenlos", der mit einem
Law-and Order-Wahlkampf 24 % der Stimmen erhielt.
Dieser Dr. Ruppert war offenbar auch für frühere Wählerinnen und Wähler von
Helga Böhnisch attraktiv genug. Helga belegte in Eisenhüttenstadt hinter ihm
(32,8 %) nur den 2. Platz mit 28,1 % und verlor gegenüber der Wahl vor 5
Jahren fünf Prozent. Auch im Amt Neuzelle reichte es für Helga Böhnisch nur
für den 2. Platz hinter Dr. Ruppert.
In folgenden Orten gewannen folgende Kandidaten:
Helga Böhnisch (PDS): Friedland, Brieskow-Finkenheerd, Wiesenau, Neißemünde,
Grunow-Dammendorf, Mixdorf, Müllrose, Ragow-Merz
Dr. Ruppert: Eisenhüttenstadt, Lawitz, Neuzelle, Schlaubetal und die
Briefwahl
Marina Marquardt (CDU): Groß Lindow, Vogelsang, Ziltendorf
Ingrid Siebke (SPD): Siehdichum; (gleiche Stimmenzahl wie M. Marquardt)
Bei den Zweitstimmen lag die PDS mit 8.489 Stimmen und 28,8 % knapp vor der
SPD, die 8.389 Stimmen und 28,5 % erreichte. Das Ergebnis der PDS bedeutet
einen Zugewinn von 4,2 %, während die SPD 8,0 % verlor.
Die CDU verlor 7,9 % und kam auf 18,8 %. Die DVU steigerte ihr Ergebnis
leicht um 0,2 % und kam auf 7 %. Familie (4,0), AfW (3,0), FDP (2,9), Grüne
1,9 seien noch erwähnt.
Hier die Sieger in den einzelnen Gemeinden:
PDS: Eisenhüttenstadt (31,0 %), Brieskow-Finkenheerd (30,2),
Grunow-Dammendorf (28,7), Mixdorf (25,7), Ragow-Merz (31,0), Briefwahl
(34,7).
SPD: Friedland (26,7 %), Groß Lindow (27,8), Vogelsang (27,1), Wiesenau
(26,1), Lawitz (32,3), Neißemünde (30,5), Neuzelle (26,1), Müllrose (29,6),
Schlaubetal (25,5), Siehdichum (28,5)
CDU: Ziltendorf (27,1 %).
In folgenden Gemeinden erreichte die PDS hinter SPD und CDU bzw. CDU und SPD
nur den 3. Platz:
Siehdichum (22,3 %), Vogelsang (20,2), Groß Lindow (24,0).
Die DVU erreichte überdurchschnittliche Ergebnisse in Eisenhüttenstadt (7,1
%), Friedland (9,8), Vogelsang (11,0), Wiesenau (7,5), Ziltendorf (9,0),
Neißemünde (9,3), Neuzelle (8,8), Ragow-Merz (9,3), Schlaubetal (9,3) und
Siehdichum (7,8).
Die Phantompartei Familie erreichte in Wiesenau mit 5,1,
Brieskow-Finkenheerd 5,2,Vogelsang 5,6, Ziltendorf 5,9 und Schlaubetal mit
6,4 % die besten Ergebnisse.
Ebenfalls über 5 % erhielten die AfW in Schlaubetal (6,7 %), Ragow-Merz
(7,8), Grunow-Dammendorf (8,0) und Mixdorf (10,1) sowie die FDP in Lawitz
(6,8 %).
Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis 29 mit 56,7 % um 4,5 Punkte höher als
vor fünf Jahren.
In Eisenhüttenstadt wurden allerdings nur 45,3 % erreicht, während in den
ländlichen Bereichen die Beteiligung deutlich höher lag. In
Grunow-Dammendorf gingen mit 70,7 % die meisten Bürger/innen zur Wahl.
Die ungültigen Stimmen lagen im Wahlkreis bei 3,5 % und erreichten in
Vogelsang mit 6,9 % ihren Spitzenwert.
Wahlkreis 30: Stadt Beeskow, Stadt Fürstenwalde, Gemeinden Grünheide,
Steinhöfel, Rietz Neuendorf, Amt Odervorland
Stefan Sarrach (PDS) gewann den Wahlkreis mit großem Vorsprung vor Elisabeth
Alter (SPD) und Wolfgang Petenati (CDU).
Stefan Sarrach erzielte 10.537 Erststimmen, das sind 3.581 und 10,7 % mehr
als Gerlinde Stobrawa vor 5 Jahren.
Elisabeth Alter verlor 1.624 Stimmen und 8,4 % und erreichte mit 7.742
Stimmen ein Ergebnis von 27,5 %.
Wolfgang Petenenati schließlich büßte 1.409 Stimmen und 7,9 % ein und kam
mit 5.842 Stimmen auf 20,8 %.
Von den übrigen KandidatInnen erreichte Steffen Adam (FDP) 4,8, Barbara
Plenzke (AfW) 4,3, Peter Kammer (Grüne) 3,3 und Rainer Jonas (Offensive D)
1,8 %.
Stefan Sarrach war der unangefochtene Wahlsieger in allen Städten und
Gemeinden sowie im Amt Odervorland. Er erreichte sein bestes Ergebnis in
Fürstenwalde mit 39 %. Dieses Ergebnis wird allerdings noch in einer Reihe
nicht mehr selbstständiger Ortsteile übertroffen, so z.B. in Alt Golm (49,3
%), Falkenberg (45 %), Spreeau (42,8 %) und Hangelsberg (40 %).
Die Bilanz der anderen Kandidaten in den Ortsteilen ist sehr mager:
Elisabeth Alter gewann in Wilmersdorf (Briesen), Buchholz, Demnitz,
Gölsdorf, Mönchwinkel, Birkholz, Drahendorf, Herzberg und Neubrück, während
Wolfgang Petenati nur in Petersdorf, Tempelberg und Sauen erfolgreich war.
In Fürstenwalde gewannen Elisabeth Alter und Wolfgang Petenati je einen von
30 Wahlbezirken. Auch in Beeskow konnte Elisabeth Alter nur in zwei kleinen
eingemeindeten Dörfern gewinnen, W. Petenati in einem.
Barbara Plenzke (AfW), die als Abwasser-Rebellin bekannt ist, konnte in
Beeskow, Rietz Neuendorf und im Amt Odervorland jeweils 5,9 % erreichen;
dabei waren in Ortsteilen wie Sauen und Drahendorf Spitzenergebnisse von
19,2 bzw. 14,8 %. Der FDP-Kandidat Steffen Adam erzielte in seiner
Heimatgemeinde Steinhöfel 10,3 % mit einem Spitzenwert von 21 % in
Heinersdorf.
Auch bei den Zweitstimmen fiel der Wahlkreis 30 an die PDS.
Sie erreichte 8.875 Stimmen und damit 31,3 %. Dies ist ein Zugewinn von
2,538 Stimmen und 7,2 %.
Die SPD verlor 1551 Stimmen und 8,2 % und kam mit 8.473 Stimmen auf 29,9 %.
Die CDU verlor 1508 Stimmen und 7,2 % und erreichte mit 5.262 Stimmen 18,6
%.
Die DVU gewann 431 Stimmen ( + 1,1 %) und erreichte damit mit 1.879 Stimmen
6,6 %.
FDP, Grüne und Familie erzielten mit 3,2, 3,1 und 2,4 % immerhin
Achtungserfolge.
In der Stadt Beeskow lag die SPD mit 1.043 Stimmen (30,6 %) knapp vor der
PDS, die 1.023 Stimmen und 30,1 % erzielte. Die SPD gewann in 8 der 12
Wahlbezirke, die PDS in vier.
In Fürstenwalde das umgekehrte Bild: PDS mit 31,9 % und 3.729 Stimmen
deutlich vor der SPD, die 3.481 Stimmen erhielt und 29,8 % erzielte. Die PDS
gewann hier 17 von 30 Wahlbezirken, die SPD 13.
Auch in Grünheide lag die PDS bei den Zweitstimmen vor der SPD, und zwar mit
1.090 zu 1.014 Stimmen. In Prozent betragen die Ergebnisse 32,4 bzw. 30,1 %.
Nach Wahlbezirken gewann die PDS in Kienbaum, Hangelsberg und Spreeau (dort
mit 40,1 %), während die SPD in Mönchwinkel, Kagel, Fangschleuse, Alt
Buchhorst und Grünheide erfolgreich war.
Rietz Neuendorf ging vom Gesamtergebnis an die SPD, die dort 589 Stimmen und
damit 29,1 % erzielte. Für die PDS wurden 550 Stimmen ( 27,2 %) abgegeben.
Die PDS konnte hier nur in Alt Golm (40,6 %), Buckow, Görzig und Wilmersdorf
gewinnen, während in allen anderen Ortsteilen die SPD vorn lag. In Birkholz
(SPD-Hochburg mit 40,9 %) und Drahendorfreichte es sogar nur zum 3. Platz
hinter SPD und CDU; in Glienicke und Neubrück lagen PDS und CDU gleichauf
hinter der SPD.
Steinhöfel wiederum wurde von der PDS gewonnen. 655 Stimmen und 32,6 %
übertrafen das SPD-Ergebnis (585 Stimmen, 29,1 %) deutlich.
In den Ortsteilen gewann die PDS hier in Behlendorf, Beerfelde (38,6 %),
Hasenfelde, Heinersdorf , Jänickendorf, Schönfelde (44,4 %) und Steinhöfel;
die SPD in den restlichen Ortsteilen mit Ausnahme von Tempelberg, wo die CDU
mit 35,1 % gewann.
Im Amt Odervorland schließlich lag die SPD mit 775 Stimmen und 29,1 % knapp
vor der PDS, die 750 Stimmen und 28,2 % erreichte.
Hier gewann die PDS in Alt Madlitz, Falkenberg, Jacobsdorf (30,3 %),
Berkenbrück und Pillgram (35,1 %), die SPD in Wilmersdorf, Sieversdorf,
Biegen und Briesen und die CDU in Petersdorf.
Die DVU lag in Beeskow 0,3 % unter ihrem Wahlkreisdurchschnitt von 6,6 %; in
Fürstenwalde 0,1 % darüber, erzielte allerdings in mehreren Wahlbezirken
Ergebnisse um die 10 % mit Maximum 13,6 % im Paul-Frost-Ring.
In der Gemeinde Grünheide erzielte die DVU bei einem Gesamtergebnis von 5,9
% in den Ortsteilen Möchwinkel (10,6), Kienbaum (8,1), Kagel und Hangelsberg
mit je 7,7 % überdurchschnittliche Resultate.
Auch in Rietz Neuendorf lag ihr Gesamtergebnis mit 8,2 % deutlich über dem
Durchschnitt des Wahlkreises. Dazu trugen besonders die Ortsteile Buckow
(9,3), Drahendorf (11,1), Glienicke (8,9), Groß Rietz (8,4), Herzberg
(11,2), Pfaffendorf (9,5), Sauen (9,6) und Wilmersdorf (13,7 %) bei.
Das Ergebnis von 10 % in der Gemeinde Steinhöfel wurde maßgeblich
beeinflusst durch die Ortsteile Arensdorf (16 %), Demnitz (12), Hasenfelde
(17,2), Heinersdorf (13,6), Jänickendorf (14,1) und Behlendorf (10,2 %).
Im Amt Odervorland schließlich betrug ihr Gesamtergebnis 8,3 %. Dazu trugen
insbesondere Falkenberg (15,5), Petersdorf (17,2), Sieversdorf (9,8) und
Berkenbrück (9,7 %) bei.
Hochburgen der übrigen Parteien gibt es in Beerfelde (FDP 5,4 %), Buckow
(FDP 5,8 %), Glienicke (FDP 6,9 %), Neubrück, Sauen (FDP je 7,7 %), Görzig
(Grüne 7,0 %, FDP 5,9 %), Falkenberg (FDP 9,3 %), Sieversdorf (AfW 8,2 %),
Alt Buchhorst (Grüne 8,6 %), Alt Madlitz (Grüne 5,6 %), Schönfelde (Grüne
6,1 %).
Die Wahlbeteiligung stieg um 2,9 % auf 54,43 % an. Ungültige Stimmen gab es
besonders in Jacobsdorf mit 4,2 %.
Wahlkreis 31: Er umfasste aus dem Oder-Spree-Kreis die Gemeinden Erkner,
Schöneiche und Woltersdorf sowie aus dem Kreis Märkisch Oderland die
Gemeinden Neuenhagen und Hoppegarten
Renate Adolph (PDS) gewann den Wahlkreis deutlich mit 32,8 % und 9.531
Stimmen vor Joachim Schulze (SPD), der 8.570 Stimmen und 29,5 % erreichte.
Auf dem dritten Platz folgt Dierk Homeyer (CDU) mit 20,8 % und 6.048
Stimmen. Lediglich die Kandidatin der Grünen, Susanne Brase, konnte mit 5,3
% und 1.5345 Stimmen einen Achtungserfolg erringen. Die anderen Kandidaten
blieben bedeutungslos.
Renate Adoph gewann gegenüber 1999 2.549 Stimmen und 3,1 %; Joachim Schulze
verlor 244 Stimmen und 8 %; Dierk Homeyer verlor 110 Stimmen und 4,5 %.
Renate Adolph gewann in Erkner mit 36,7 % vor Joachim Schulze, der nur auf
32,2 % kam, obwohl er Erkneraner ist. Dies ist mit eins der
bemerkenswertesten Ergebnisse dieses Wahlkreises.
Auch in sechs der 9 Wahlbezirke in Erkner war Renate Adolph erfolgreich,
Schulze nur in den übrigen drei.
In Woltersdorf siegte Joachim Schulze mit 29,5 % vor Renate Adolph (28,3 %).
Er gewann in allen sechs Wahlbezirken. Das gleiche Bild in Schöneiche:
Schulze siegte mit 32,2 % vor Adolph mit 29,2 % und gewann in sämtlichen 9
Wahlbezirken.
Die Briefwahl brachte Renate Adolph mit 33,4 zu 27,1 % von J. Schulze noch
einmal den entscheidenden Vorsprung.
Bei den Zweitstimmen ging der Wahlkreis an die SPD, die 9.224 Stimmen und
31,6 % erreichte. Dies sind 64 Stimmen und 7,1 % weniger als 1999.
Auf dem zweiten Platz die PDS mit 8.855 Stimmen und 30,3 %, - ein Zuwachs
von 2.368 Stimmen und 2,9 %.
Auf dem dritten Rang schließlich die CDU mit 5.452 Stimmen und 18,7 %, was
einem Verlust von 10 Stimmen und 4,4 % entspricht.
Die DVU verlor hier 8 Stimmen und 1 % gegenüber 1999 und kam mit 1.221
Stimmen auf 4,2 %.
Die Grünen steigerten sich von 571 auf 1.375 Stimmen; das entspricht 4,7 %
(1999:2,4). Auch die FDP konnte ihre Stimmenzahl mehr als verdoppeln und
erreichte mit 892 Stimmen 3,1 %.
Alle anderen blieben bedeutungslos.
Von den 9 Wahlbezirken in Erkner gewann die PDS 7, die SPD 2 (WB 1 und WB
5). Das beste PDS-Ergebnis dabei waren 44,1 % im WB 4, gefolgt von 40,9 % im
WB 8.
In Woltersdorf konnte die PDS nur einen der 6 Wahlbezirke gewinnen, nämlich
den WB 4 mit 32,4 %. Alle anderen gingen an die SPD, wobei in den WB 5 und 6
sogar die CDU noch vor der PDS lag.
In Schöneiche gewann die SPD sämtliche 9 Wahlbezirke. Die CDU belegte hinter
der PDS überall den dritten Rang.
Die DVU hatte in Erkner ihre besten Ergebnisse im WB 9 mit 7,4 und im WB 2
mit 6 %. In Woltersdorf waren die WB 5 mit 7 % und WB 3 mit 6,8 % auffällig.
In Schöneiche schließlich gab es ein besonders gutes Ergebnis mit 7,2 % im
WB 2.
Die Grünen schnitten in Erkner, mit Ausnahme der WB 8 und 9 (5,8 und 7,4 %),
unterdurchschnittlich ab. Auch in Woltersdorf fielen nur die WB 1 (7,5 %)
und WB 6 (6,2 %) aus dem Rahmen. Grüne Hochburg in Schöneiche ist der WB 3
mit 8,2 %, gefolgt von WB 4(6,1 %) und WB 6 (5,9 %).
Von den anderen Parteien gab es in Erkner auffällig gute Ergebnisse für die
AUB, die sich dort auch schon im Erststimmenergebnis ihres Direktkandidaten
Dr. Rudolf niedergeschlagen hatten.
Die Wahlbeteiligung stieg im Wahlkreis um 3,1 % auf 58,1 % an, die
ungültigen Stimmen lagen hier deutlich unter den Werten anderer Kreise (o,9
% bei den Zweitstimmen, 1,7 % bei den Erststimmen).
Gerold Sachse