6. August 2009

Gerlinde Stobrawa - Nicht nur im Kommunalen zu Hause

Im Wahlkreis 27 stellt sich am 27. September mit der 60-jährigen Gerlinde Stobrawa eine Frau für die Wahl in den Landtag, die auf vielen Gebieten mitreden kann. Die Lehrerin und Diplomgesellschaftswissenschaftlerin gehört seit 1990 dem Landtag an. Seit 2003 ist die Mutter zweier erwachsener Kinder ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Bad Saarow und seit 2005 Vizepräsidentin des Landtages Brandenburg. "Die Arbeit in der Opposition war wichtig, um unser Land voran zu bringen, den Finger immer wieder in die Wunde zu legen und auf diese Weise Regierungspolitik zu beeinflussen. Das ist uns immer öfter gelungen."

Gerlinde Stobrawa hat in den letzten Jahren trotz der festen Einbindung in die Kommunalpolitik ihren Blick auch über die Landesgrenzen hinaus gerichtet. "Meine Aufgabe in der Fraktion DIE LINKE ist die Europapolitik auf Landesebene. Dieses Politikfeld wird von Jahr zu Jahr wichtiger, weil immer mehr Richtlinien aus Brüssel die Politik auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene beeinflussen." Dieser Blick nach Außen hat vor allem das Engagement für die eigene Region gestärkt. So will sie in der künftigen Wahlperiode den ständigen Kontakt zu den kleinen und mittleren Unternehmen im Wahlkreis, zu Händlern und Gewerbetreibenden sowie den landwirtschaftlichen Unternehmen weiterhin pflegen. Es solle ein Mikrofinanzierungsprogramm für Kleinunternehmen, Handwerk und freie Berufe aufgelegt werden, denn stabile Wirtschaftsunternehmen sind unabdingbare Voraussetzungen für soziale Errungenschaften.

Das schließt den Grundsatz "Gute Arbeit - gute Löhne - stabile Wirtschaft" ein. Gute Arbeit soll sich aber auch für Unternehmen in Königs Wusterhausen und Storkow sowie in Tauche oder Spreenhagen lohnen. Der Bau des Flughafens BBI stellt eine Herausforderung vor allem für unsere Region dar, davon sollen die kleinen und mittleren Unternehmen profitieren können. Dazu zählt die Entwicklung des Tourismus. Er ist ein weiteres Standbein der Brandenburger Wirtschaft, vor allem in Verbindung mit der Gesundheitsregion Berlin Brandenburg. In den ländlichen Räumen plant DIE LINKE eine wirkliche Agrarwirtschaftsinitiative. Dafür sind stabile Agrarstrukturen notwendig. Eine Bodennutzung, die die Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe stärkt und eine Grundförderung für ländliche Gewerbe ist oberstes Gebot. Faire Preise für Milch und landwirtschaftliche Erzeugnisse sind dafür eine Voraussetzung.

Besonders wichtig ist Gerlinde Stobrawa die Garantie gleicher Bildungschancen für alle Kinder, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Zunehmend mache sich auch in Brandenburg ein verhängnisvoller Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbeteiligung und damit Bildungserfolg breit. Auch in den ländlichen Räumen ihrer Heimatregion geht es um die Sicherung der öffentlichen Daseinsfürsorge, um den Erhalt der Schulstandorte, um kurze Wege für kleine Beine. Die demografische Entwicklung zwingt förmlich dazu, mehr für junge Familien zu tun. Kostenlose Unterbringung der Kinder in Kindereinrichtungen, Hortbetreuung, kostenloses Mittagessen für alle Schulkinder, das sind echte Ziele für die Zukunft.

Das alles kann man nicht isoliert sehen. Nach der EU-Osterweiterung ist Brandenburg Teil einer größeren europäischen Region auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze. Dieser Raum wird nicht nur von Wachstumszentren getragen, wesentlich ist die Entwicklung der ländlichen Räume. Dazu brauche es bessere Rahmenbedingungen, auch das Erlernen der Sprache des Nachbarn gehört zu einer echten Oder-Partnerschaft.