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17. Februar 2010

Aschermittwoch in Fürstenwalde

Am Aschermittwoch unternahm der Bürgermeisterkandidat der LINKEN, Stephan Wende, einen Besuch zum gemeinsamen Frühstück bei der GefAS in der Hegelstraße. Nachdem an gleicher Stelle bereits eine Woche zuvor der Kämmerer Ulrich Hengst den Nutzern dieser Einrichtung vor allem zur Finanzlage der Stadt Rede und Antwort stand, spielte dieses Mal eher die Sozialpolitik eine übergeordnete Rolle.
Nach einem kurzen Abriss seiner persönlichen Lebensgeschichte und seines politischen Werdeganges, berichtete Stephan Wende über die Situation in der Fürstenwalder Stadtverordnetenversammlung und über dortige Abstimmungen, die auch die GefAS zum Gegenstand hatten. Leider zeigte sich, dass – ebenso wie im Bund – offenbar auch hier eine HartzIV-Koalition existiert. Siegfried Unger, der Vorsitzende der GefAS bemerkte, dass es, obwohl der Bedarf – von der Sozialberatung über die Tafel bis hin zur Möbelkammer – offensichtlich auch in Fürstenwalde vorhanden ist, bis auf die mittlerweile schon lang andauernde Zusammenarbeit mit den LINKEN eine Unterstützung von Seiten der anderen Parteien und der Stadt praktisch nicht gibt.

Speziell zu seiner Tätigkeit als möglicher neuer Bürgermeister sagte Stephan Wende, dass er lieber ermöglichen anstatt verhindern wolle, sich als Dienstleister für alle Bürgerinnen und Bürger versteht und dabei mehr tun will als das, wozu er laut Gesetz verpflichtet ist. Dazu zählt auch, wieder Bürgersprechstunden im Rathaus einzuführen oder gar selbst in Vereine oder soziale Einrichtungen zu gehen, um dort die Sprechstunden abzuhalten.
Der schon bei den alten Griechen praktizierte Grundsatz „Die Menschen sind die Stadt“ müsse auch für Fürstenwalde Gültigkeit besitzen, d.h. bevor – aufgrund der Vergabebedingungen europäischer Fördermittel – sinnlos in Beton investiert wird, müsste erst überprüft werden, ob damit auch die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden.

Auf die Nachfrage, wen er denn gern als 1. Beigeordneten hätte und auf welche Ämter er im Falle seiner Wahl verzichten würde, sagte Stephan Wende, dass mit der gegenwärtigen Ausschreibungspraxis für die Stelle des 1. Beigeordneten sowie des Fachbereichsleiters für Bürgerdienste noch vor der Wahl Tatsachen geschaffen werden sollen. Als erste Amtshandlung würde er die Ausschreibungsfrist deshalb verlängern, um auch noch denjenigen die Chance zur Bewerbung zu eröffnen, die lieber mit einem Bürgermeister Wende die Zukunft von Fürstenwalde mitgestalten wollen. Seine Ehrenämter möchte er – soweit die Zeit oder das Alter ihm das erlauben – weiterhin ausüben. Da die Sichtweise eines Bürgermeisters durchaus positive Effekte auf die Arbeit im Kreistag haben könnte, würde er sein Mandat dort ebenfalls gern behalten wollen, möchte sich diesbezüglich aber noch nicht endgültig festlegen.