Solidarische Antwort aus Potsdam erbeten.
Liebe Genossinnen und Genossen,
diesen Brief richten wir, die Ortsverbände der Partei DIE LINKE der Stadt Erkner – Gosen-Neuzittau, von Schöneiche und Woltersdorf gleichlautend an den Landesvorstand Brandenburg, die Landtagsfraktion DIE LINKE sowie an Ministerin Anita Tack, Helmuth Markov, Stellv. Ministerpräsident, Minister Ralf Christoffers und Minister Volkmar Schöneburg.
Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Erkner, von Gosen-Neuzittau, von Schöneiche und Woltersdorf sind direkt Betroffene, Opfer von Fluglärm, Kerosinstaubbelastung und nicht zuletzt vom Absturzrisiko – in dicht besiedeltem Gebiet.
Wir erheben die sehr ernst gemeinte Forderung an die Verantwortungsträger unserer Partei DIE LINKE im Land Brandenburg, sich der Sorgen der Bürgerinnen und Bürger unserer Wohnorte im Einfluggebiet des zukünftigen Flughafens BER „Willi Brandt“ in Schönefeld anzunehmen:
Mindestanwohnerschutz durch ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.
Keine Flugroute, kein Schallschutzprogramm und keine Propaganda über die schöne neue Welt durch den Flugbetrieb mit jährlich 360 000 Flugbewegungen bzw. täglich 1 000 und bis zu 113 in der Nacht können die Unmenschlichkeit vertuschen.
Den Gigantismus des Flugverkehrs begrenzen.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Ministerpräsident Matthias Platzeck wollen hier nicht haltmachen, sondern wollen einen Großflughafen mit weiteren Start- und Landepisten und einer Kapazität bis zu 550 000 jährlichen Flugbewegungen. Das befrachtet die gesamte Region SÜDOST mit der Stadt Erkner, den Gemeinden Gosen- Neuzittau, Schöneiche und Woltersdorf und auch bis Ludwigsfelde im Westen, Südberlin und Zossen (Teltow-Fläming) mit einem breiten Lärmteppich, unter dem 200 000 Menschen leiden werden. Bewusst wird die Gesundheit von 200 000 Menschen dem Profit geopfert werden. Und das für die nächsten 75 bis 100 Jahre. 75 000 Menschen soll zugemutet werden, in schallabgedichteten Häusern mit Ventilationsbelüftung zu leben, Kinder in Horte, Kitas und Schulen zu schicken, also in schalldichte Räume, künstlich belüftet und befeuchtet. Es soll ihnen zugemutet werden im Außenbereich ihrer Spielstätten und ihrer Wohnumgebung, unter dem krank machenden ständigen Dröhnen der Flugzeuge (im Minutentakt) zu leben.
Der Luftverkehr - regional und weltweit – hat dem Wohl der Menschen zu dienen. Menschen dürfen nicht Opfer des Fluglärms werden. Lärmschutz und Gesundheit der Menschen, der Betroffenen unserer Region, gehen vor gewinnstrebende Wirtschaftinteressen von Flugkonzernen. Der falsche unmenschliche Standort Schönefeld wird zur Absiedlung in Flughafennähe führen, das kostet 3,5 Mrd. €. Dazu der Werteverlust der bebauten und unbebauten Grundstücke, die bis zu 40-50 Prozent quantifiziert sind.
Bürgerversammlungen in unseren Kommunen, örtliche Protestumzüge und die seit Jahresbeginn im Rhythmus der bisherigen Sitzungen der Fluglärmgemeinden stattfindenden Großdemonstration in Schönefeld mit bisher zwei 10minütigen Sitzblockkaden auf der B96 direkt vor dem Flughafen Schönefeld mit jeweils 5 000 bis
15 000 Teilnehmern oder beim „BBI Woodstock“ im Strandbad Müggelsee beweisen Sorge und Unmut der Anwohner unserer Region. Zweimal trat Startenor Timothy Richards von der Komischen Oper mit seinen situationsbezogenen Liedern auf, hat großen Beifall und die Emotion von Tausenden Demonstranten bekommen.
Der gesellschaftliche Konflikt im Südosten von Berlin wächst an. Diese Aktivitäten gegen den BER „Willy Brandt“ in Schönefeld, sehr unterschiedlich in ihrer Art, werden zunehmen und weiterhin unsere volle Unterstützung und Teilnahme erfahren.
Mit Solidarität erwartenden Grüssen
Im Juni 2011
Ursula Paape Beate Simmerl Peter Hochmuth
Vorsitzende Vorsitzende Vorsitzender
Die LINKE Erkner DIE LINKE Schöneiche DIE LINKE Woltersdorf